MARIANNE PLETSCHER


Der globale Zoo

Partnersuche für wilde Tiere

Schweiz 2010, Video, Farbe+s/w, 95 + 2x 50 min.

   

Ein junger Orang Utan kommt an im Zoo Zürich, er soll so schnell wie möglich Kinder zeugen. Ein Kappengibbon reist nach Deutschland zu seinem neuen Weibchen. Ein Schneeleopardenmännchen aus Estland und ein Nashornbulle aus Tschechien sollen in Zürich möglichst schnell Väter werden. Immer geht es dabei um die Zucht gefährdeter Tierarten. Was dabei alles Seltsames, Romantisches und auch Gefährliches passiert, dokumentiert Marianne Pletscher in ihrem Film. Die zwei mal 50'-Version ist etwas umfassender und im SF-shop erhältlich, die 100-MinutenVersion endet später und muss beim Telepool bestellt werden .Hauptdarsteller neben den Orang-Utans und den Schneeleoparden sind Schimpansen, Kappengibbons, Nashörner, indische Löwen und Tiger mit ihren sorgfältigen und liebevollen Tierpflegern. Der Film zeigt auf, wie heutige seriöse Zoos weltweit vernetzt sind, um gefährdete Tierarten mindestens in Gefangenschaft zu erhalten, was es alles braucht, bis die Tiere reisen können, und wie lange es dauert, bis sie am neuen Ort akzeptiert sind. Der Zoo als Partnervermittlung für wilde Tiere? Und das alles, damit es letztlich den Menschen auf der Welt besser geht?

Marianne Pletscher und ihre Teams haben mehrere Jahre lang Tiere auf ihren Reisen und bei ihrer Eingewöhnung am neuen Ort beobachtet. Entstanden sind einmalige Aufnahmen, die viel Zeit und Geduld erforderten. Der Film erzählt von seltsamen und lustigen, aber auch von gefährlichen Begebenheiten, nicht zuletzt jedoch zeigt er auch Szenen, die ans Herz rühren. So konnte die Kamera beobachten, wie sich ängstliche Männchen vor ihren neuen Weibchen fürchten, wie heftige Feindschaften entstehen, die mit dem Tod enden, wie wunderbare Liebesgeschichten zum gewünschten Nachwuchs führen und wie dieser wieder abreisen muss, sobald er alt genug ist, um selber Kinder zu bekommen

Der Film zeigt auch die Fakten: wie schnell die Zahl der Menschen auf der Welt zu- und die Zahl der gefährdeten Tierarten gleichzeitig abnimmt. Spannende Filmdokumente lassen die ZuschauerInnen ein Stück Familienleben der Tiere im Zoo hautnah miterleben und machen sie gleichzeitig nachdenklich, was die Zukunft dieser Tierarten und letztlich die Zukunft der Menschheit betrifft.

RegieMarianne Pletscher
DrehbuchMarianne Pletscher
KameraWerner Schneider, Peter Ramseier, Peter Hamman u.a
TonPeter Conrad, Jörg Ziegler u.a.
SchnittPamela Myson
MusikChristoph Stiefel, Max Lässer
MitarbeitEsther Heeb, Mischung
Dauer95 + 2x 50 min.
DrehformatXDCam
VerleihversionenEs gibt eine 95-Minuten Version und eine zweiteilige Version. je 50'
Die 95-Minuten version ist vollständiger und wurde später gemacht, die zweiteilige Version ist dafür auf DVD im shop erhältlich
Verkauf DVD/VideoSF-Shop  [http://www.srf.ch/shop/suche?q=Marianne+Pletscher&rubric=Shop" target="_blankBestellen]
2x 50 Minuten Version im SF-shop 95 Minuten Version Telepool
ProduktionDOK, Schweizer Fernsehen SF
WeltrechteTelepool, Schweizer Fernsehen SF, Postfach, 8052 Zürich Tel +41 44 305 69 69 telepool@telepool.ch
Verleih SchweizInfo:
Marianne Pletscher, Hardturmstrasse 301, 8005 Zürich
Tel. +41 044 271 88 83 / +41 79 654 59 14
E-mail: info@mariannepletscher.chMitteilung sendenwww.mariannepletscher.ch
Verleih internationalTelepool, Schweizer Fernsehen SF, Postfach, 8052 Zürich Tel +41 44 305 69 69 telepool@telepool.ch
TV-Ausstrahlungen13.5.2010 auf sF 1 als 95-Minuten-Version,
etwas später auf 3sat
8.1. und 15.1. 2009 auf SF 1 als zweimal 50-MinutenVersion
4.3. und 11.3. 2009 auf 3sat "

Pressezitate

Rührend und ernsthaft und lehrreich zugleich (Tagesanzeiger)

Müsste Pflichtstoff in Schulen sein (NZZ)

Coop-Zeitung:
Dshamilja hat ein sehr sanftes Wesen. Das heisst, für eine Schneeleopardin. Ihr Pfleger Urs Löffel kann sie durch die Gitter sogar von Hand füttern, wenn es sein muss. Bei fremden Menschen ist sie natürlich gar nicht zutraulich und faucht schon mal wild. Aber nicht bei Marianne Pletscher. Sie kennt Dshamilja inzwischen gut. Achtmal hat sie die Schneeleopardin mit ihrem Team besucht. Stunden- und tagelang standen sie mit der Kamera vor ihrem Gehege und warteten auf den richtigen Moment. Fast drei Jahre dauerte es, bis «Der globale Zoo» fertig war.

Marianne Pletscher ist eine tatkräftige Frau mit einem Hang zur Ungeduld. Doch beim Filmen ist sie immer sehr geduldig und wartet unbeirrbar auf den richtigen Moment. «Das ist eine Zen-Übung», erklärt die Dokumentarfilmerin. «Man kann nichts anderes machen, als ruhig zu warten.» Die Filmcrew kann also nicht einfach zum Zeitvertreib ein Buch lesen, im Gegenteil, höchste Konzentration ist gefragt. Denn sobald der Moment kommt, muss man bereit sein. Wenn etwa der kleine Schneeleopard Indeveer höchst fotogen mit dem Schwanz seiner Mutter Dshamilja spielt. Oder Orang Utan-Männchen Djarius sich neckisch ins Stroh wirft, weil er sich vor seinen neuen Weibchen verstecken möchte. Und schnelle Reaktionen braucht es genauso wie Geduld, zum Beispiel als ein frecher Kappengibbon sich plötzlich aus dem Griff der Tierpflegerin windet, um der Transportkiste zu entgehen.

Die Bilder und Szenen der zweiteiligen Dokumentar-Serie sind einmalig: süss und zauberhaft natürlich, aber auch dramatisch und spannend. Das Thema selbst ist ein ernstes. Marianne Pletscher wollte nicht einfach nur schöne Tiere zeigen. Es geht darum, dass immer mehr Tierarten vom Aussterben bedroht sind, weil der Mensch sich auf der Erde immer breiter macht, weil der Profit oft wichtiger ist, als die Umwelt. Die Zoos unternehmen viel, um gefährdete Tierarten zu erhalten und zu züchten. «Ich habe eine starke Ambivalenz gespürt», erzählt Marianne Pletscher. «Einerseits macht die Menschheit quasi alles, um diese Tiere auszurotten - und in den Zoos macht man alles, um sie zu retten.»

So werden immer wieder Zoo-Tiere auf Reisen geschickt, um in anderen Zoos neue Partner zu finden und Inzucht zu vermeiden. In der Wildnis geborene Zuchttiere wie Dshamilja, die in eine Wildererfalle geraten ist, eine Pfote verlor und deshalb in den Zoo kam, sind besonders wertvoll für den Genpool. In der freien Wildbahn hätte die Schneeleopardin mit nur drei Pfoten nicht überleben können. Jetzt streift sie mit ihrem Jungen Indeveer und ihrem neuen Partner Villy durch das grosszügige Gehege im Zürcher Zoo. Villy kommt aus dem Zoo Tallinn. Er ist Marianne Pletscher besonders ans Herz gewachsen, weil sie dabei war, als er in Tallinn abgeholt wurde. Und sie hat seine lange Eingewöhnungszeit miterlebt. Villy war sehr ängstlich - lange hatte er sogar Angst vor der Freiheit, vor seinem grossen Gehege im Zürcher Zoo. Und natürlich hat sie auch Djarius, das Orang Utan-Männchen sehr gerne. Er hat einen ganz eigenen Charakter, schlau und immer zu Scherzen aufgelegt. Er ist der Star der Dokumentar-Serie. Marianne Pletscher: «Je länger man mit Tieren zu tun hat, desto mehr merkt man, dass sie Persönlichkeiten sind, wie Menschen.»